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Anmerkungen

Qigong ist ein ganzheitliches und entwicklungsorientiertes Konzept, dass die Körperwahrnehmung und Bewegung gleichermaßen anspricht und fördert.
Qigong ist gekennzeichnet durch die Regulierung des Geistes, der Atmung, des Muskeltonus. Verspannungen und Anspannungen (psychische als auch physische) werden gelöst und dadurch Körper und Geist gestärkt und harmonisiert.

Das Nervensystem gliedert sich in zwei Teile, das Zentrale Nervensystem (ZNS) und das Periphere Nervensystem (PNS). Zum ZNS gehören das Gehirn und das Rückenmark. Das PNS teilt sich noch einmal auf: Ein Teil ist das willkürliche Nervensystem, das alle willentlichen Muskelbewegungen steuert. Deshalb wird es auch oft motorisches Nervensystem genannt. Der zweite Teil des PNS ist das unwillkürliche oder auch vegetative Nervensystem. Das vegetative Nervensystem steuert, ohne dass der Wille daran beteiligt ist, die verschiedenen inneren Aktivitäten unseres Körpers, z. B. Verdauung, Herzschlag usw. Dazu bedient es sich zwei unterschiedlicher "Systeme": Der Sympathikus hat anregende und mobilisierende Funktionen. Mit dem Parasympathikus werden Funktionen beruhigt bzw. gebremst.

Auf verschiedenen Ebenen unseres Nervensystems wirken Qigong und Tai Chi Chuan als Medium harmonisierend, kräftigend und stabilisierend.

Langfristig gesehen werden meiner Ansicht nach durch regelmäßiges Qigong Wahrnehmung und Wirkung aller der an der Steuerung und Kontrolle von Haltung und Bewegung beteiligten Prozesse und damit auch der daran beteiligten sensorischen, perzeptiven, kognitiven und motivationalen Vorgänge kontinuierlich gefördert und gestärkt. Weiterhin wird eine Kräftigung im Bereich der körpernahen Sinne (vestibuläres und propriozeptives System) und im emotional-kognitiven Bereich hervorgerufen und kultiviert.

Ist Qi ein nützliches Konzept?
Qi wird sehr komplex ausgelegt, es hilft verschiedene Phänomene zu verstehen und die Fähigkeiten zu entwickeln, diese zu beeinflussen. In diesem Erklärungsmodell hat das Qi keine physikalische Realität, sondern es handelt sich lediglich um eine phänomenologische Beschreibung der Realität. Diese Erklärung steht nicht im Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Zudem ist mir eine klientenorientierte, sowie ganzheitliche Betrachtung, welche die individuelle körperliche, psychische und physische Disposition und Lebenseinstellung ebenso berücksichtigt, wie die Bewegungsgewohnheiten und das psycho-soziale Umfeld von großer Bedeutung. Gesundheitsorientiertes Verhalten zu fördern und zu kultivieren, sehe ich als einen wirklichen Fortschritt im Kontext Prävention bzw. Bewegung und Körperwahrnehmung, insbesondere bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen.

Heute sind Qigong und Tai Chi Chuan anerkannte Methoden in Prävention und Therapie, die in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt in Kurhäusern und Kliniken praktiziert werden.

Die chinesische Philosophie besagt, dass in der gesamten Natur, also auch im Menschen gegensätzliche polare Kräfte wirken. Werden diese polarisierten Gegensätze harmonisiert und in Einklang gebracht, ist der Mensch gesund und er fühlt sich wohl, hat ein gutes Körpergefühl (Selbstkonzept) nach innen wie nach außen.
Dieses können wir nicht durch fleißiges Lesen, also nur durch theoretisches Wissen erreichen, sondern nur durch praktizieren und ausprobieren. Dieses Körpergefühl (positives Selbstkonzept) entwickelt sich durch regelmäßiges Qigong und wir nähern uns diesem Wissen auf eine ganzheitliche Art und Weise.

Wie uns die jahrtausendealte Philosophie des Taiji Prinzips bzw. den darin enthaltenen Aspekten Yin und Yang bereits verdeutlicht, ist es mit der Psychomotorik nicht anders. Die Psychomotorik ist ebenfalls ein Ausdruck einer Lebensphilosophie, nur nicht jahrtausendealt und setzt sich aus den sich gegenseitig bedingenden Aspekten Psyche und Motorik > Körper und Bewegung als Motor und Medium zusammen. Dies bedeutet letztendlich, dass unser Geist, unsere Seele, unsere Emotionen mit unserem Verstand und somit mit unserem inneren wie äußeren Körper, der Steuerung und Kontrolle von Haltung und Bewegung zusammen eine Einheit bildet und demnach sich unser Körper ganzheitlich entwickeln kann.

Literaturauswahl

Forschung

Wissenschaftliche Studien haben die heilsame Wirkung von Qigong nachgewiesen. Die Übungen wirken harmonisierend auf das vegetative Nervensystem, sie senken den Blutdruck, stärken die Immunabwehr und regulieren die Stresshormone. Gleichzeitig verbessern sich die psychische Gestimmtheit und die Fähigkeit, den Alltag gelassen zu bewältigen und mit Stress konstruktiv umzugehen. Qigong berücksichtigt die enge Verflochtenheit zwischen Körper und Geist.

Wie die jüngsten Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen, haben Gedanken und Emotionen Einfluss auf das Körpergeschehen, ebenso wie zum Beispiel auch die Regulation der Muskelspannung die Stimmung positiv beeinflusst. In der uralten Tradition des QiGong finden sich also gelebte Erkenntnisse über die Wechselwirkung zwischen Körper und Geist, die heute wissenschaftlich nachgewiesen werden kann.

Studien:

Metastudien:

Kalolin

 

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es zwecklos sie andernorts zu suchen.

François de La Rochefoucauld

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